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28.05.2018 Fossile Ressourcen schonen, den Kohlenstoff-Kreislauf schließen
Covestro - ein Pionier für alternative Rohstoffe
Vortrag auf der UTECH Europe 2018 Conference

Rund 4 bis 6 Prozent des weltweit geförderten Erdöls werden für die Herstellung von Kunststoffen verwendet. Da die Ölreserven begrenzt sind, stehen alternative Kohlenstoffquellen hoch im Kurs. Seit Jahren nutzt Covestro verstärkt alternative Rohstoffe zur Herstellung seiner Produkte, auch um seine eigene Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern. Damit kommt der Werkstoffhersteller dem steigenden Interesse an Produkten auf dieser Basis entgegen und präsentiert sich als ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit.

Bereits seit 2016 nutzt Covestro Kohlendioxid als Baustein für hochwertige Kunststoffe und spart damit einen Teil des bisher genutzten Erdöls ein. Auf der UTECH Europe 2018 Fachmesse zeigt das Unternehmen Beispiele für solche rundum nachhaltigen Entwicklungen, die einen Beitrag zur Erhaltung des Planeten leisten und zugleich einen Mehrwert für Kunden und Gesellschaft bieten.

CO2-Plattform-Technologie: breite Rohstoffbasis für die Zukunft
Am Standort Dormagen betreibt Covestro eine Produktionsanlage für Polyol, ein Vorprodukt für Polyurethan (PU)-Weichschaum, der in Polstermöbeln und Matratzen eingesetzt wird. Dank der neuen Technologie können im Polyol bis zu 20 Prozent CO2 chemisch gebunden werden, wodurch eine entsprechend große Menge an Erdöl eingespart wird. Die Produkte werden unter dem Namen cardyon® angeboten.

Doch dies ist erst der Anfang: Covestro arbeitet eng mit anderen Unternehmen und Universitäten zusammen, um weitere Nutzungsmöglichkeiten für die CO2-Plattform-Technologie zu erschließen; viele der Projekte werden öffentlich gefördert. Ein Schwerpunkt ist CO2-basierter PU-Hartschaum für die Wärmedämmung von Gebäuden, aber auch Anwendungen im Automobil und im Sport rücken in den Blickpunkt.

Den Kohlenstoff-Kreislauf schließen
"Alternative Rohstoffe wie Kohlendioxid sind ein wichtiger Teil unseres ganzheitlichen Ansatzes, der die ganze Wertschöpfungskette unserer Produkte abdeckt", sagt Hermann-Josef Dörholt, Vertriebsleiter im Segment Polyurethanes in der Region Europa, Nahost und Afrika bei Covestro. "Mit der Nutzung von CO2 bringen wir das wichtige chemische Element Kohlenstoff wieder in die Wertschöpfungskette zurück und beginnen damit, den Kohlenstoff-Kreislauf zu schließen."

Das Verfahren ist auch im Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck vorteilhafter als die herkömmliche Technik und trägt zur Erfüllung gleich mehrerer UN-Nachhaltigkeitsziele - abgekürzt SDGs - bei. Es ist damit auch ein erfolgreiches Beispiel für das Ziel von Covestro, bis zum Jahr 2025 mindestens 80 Prozent seiner Forschungsausgaben in die Erreichung der SDGs zu investieren. Anders ausgedrückt: Die Technologie hat eine hohe Kohlenstoff-Produktivität, wenn man das Verhältnis von eingesetzter CO2-Menge zum erzielten Nutzen in Form hochwertiger Kunststoffe betrachtet.

Am 30. Mai ab 15.45 Uhr halten Dr. Christoph Gürtler und Dr. Jochen Norwig darüber einen Vortrag auf der UTECH Europe 2018 Conference, mit dem Titel "Broadening the raw material base of polyurethanes: new developments with CO2 and pFA".

Bio-Anilin komplett aus pflanzlichen Rohstoffen
Darüber hinaus hat Covestro zusammen mit Partnern eine einzigartige Methode entwickelt, um das chemische Schlüsselprodukt Anilin aus pflanzlichen Rohstoffen zu gewinnen. Der gesamte Kohlenstoffgehalt stammt dabei aus Biomasse - eine Verknappung von pflanzlichen Nahrungsmitteln tritt aufgrund der geringen Menge nicht auf. Würden alle weltweit erzeugten Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, hätte das dafür benötigte Ackerland nach externen Studien nur einen Anteil von lediglich 0,9 Prozent an der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Im Labor wurde die neue zweistufige Herstellung von Bio-Anilin bereits erfolgreich getestet. Zurzeit laufen weitere Entwicklungen, um es auch in einem größeren technischen Maßstab zu nutzen. Anilin ist ein wichtiger Ausgangsstoff in der chemischen Industrie. Es wird unter anderem als Komponente für die Herstellung von MDI eingesetzt, einem wichtigen Vorprodukt für PU-Hartschaum zur Wärmedämmung.

Covestro hat auch neue biobasierte Härter für PU-Lacke und -Klebstoffe sowie für Polyurethan-Dispersionen entwickelt. So stammen 70 Prozent des Kohlenstoffgehalts des Härters Desmodur® eco N 7300 aus pflanzlichen Rohstoffen.


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