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24.10.2017Universität Bielefeld - Zweiter Platz mit Kosmetik-Zutaten aus erneuerbaren Rohstoffen
Ein angehendes Start-Up von zwei Promovierenden und einer Studierenden der Universität Bielefeld hat den zweiten Platz im Finale von „G-BIB“ in Brasilien belegt, dem internationalen Wettbewerb für Geschäftsideen mit nachwachsenden Rohstoffen. Das Team setzt auf erneuerbare Ressourcen für die Kosmetikindustrie: Es nutzt Bakterien für die Herstellung von Pflegeprodukten.

Die drei Teammitglieder des Start-Ups „Bicomer“ studieren und forschen an der Fakultät für Biologie und dem Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld. Beim Wettbewerb „G-BIB“ (Global Biobased Business Competition, Weltweiter biobasierter Business-Wettbewerb) wurden sie Vizeweltmeister und teilen sich den zweiten Platz mit dem niederländischen Team. Gewonnen hat das brasilianische Team.

„In der Ausarbeitung unseres Businessplans steckt sehr viel Arbeit, wir haben unser Vorgehen immer wieder optimiert und einen Katalog mit möglichen Fragen entwickelt, um uns auf die Diskussion mit den Gutachtern vorzubereiten. Das hat sich nun alles gelohnt“, sagt Tatjana Walter, Studentin mit dem Schwerpunkt Genom-basierte Systembiologie.

Bicomer produziert biobasierte Inhaltsstoffe für die Kosmetikindustrie. Das sind vor allem Zutaten mit altershemmenden Effekten und Schutz-Eigenschaften gegen die krebserregende ultraviolette Strahlung. „Der Kern unseres Businessplans ist die Produktion von Astaxanthin mittels eines schnell wachsenden Bakteriums, dem Corynebacterium glutamicum“, sagt Teammitglied Boas Pucker, Promovierender in der Genomforschung. „Um neue Produkte für die Gesichtspflege und weitere kosmetische Anwendungen zu entwickeln, kombinieren wir Astaxanthin mit Bio-Polymeren, Stoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Damit sind unsere Inhaltsstoffe ein nachhaltiger Ersatz für mineralölbasierte Polymere, die bislang häufig für die Herstellung von Kosmetikprodukten verwendet werden.“

Neben der Bewertung des Business-Plans und der Idee zur Unternehmensgründung bezieht die Jury ein, wie sich die unternehmerischen Fähigkeiten des Teams entwickelt haben. „Im Wettbewerb gab es zwei Veranstaltungen zu dem Thema. Zusätzlich haben wir sehr viel durch Gespräche mit Personen aus der Start-Up-Szene gelernt. Diese Erfahrungen sind sehr wichtig für uns gewesen, weil wir dadurch nicht die gleichen Fehler machen mussten“, sagt Nadja Henke, die in der industriellen Biotechnologie promoviert. „Bei der Erstellung des Businessplans hat uns außerdem die Beratung durch das Zentrum für Unternehmensgründung der Universität Bielefeld sehr geholfen.“

Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ausgerichtet. Er richtet sich an Studierende und Promovierende in den Lebenswissenschaften aus Brasilien, den Niederlanden und Deutschland. Die Sieger der nationalen Entscheide traten während der Konferenz BBEST (Brazilian Bioenergy Science and Technology, Brasilianische Bioenergiewissenschaft und -Technologie) vom 17. bis 19. Oktober gegeneinander an. Der Wettbewerb wird auf deutscher Seite vom Cluster Industrielle Biotechnologie (CLIB2021) unterstützt.