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20.09.2017Ministerin tankte den Testwagen auf - Prof. Dr. Johanna Wanka informierte sich über die Arbeit des Fraunhofer-Instituts UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg.
Sulzbach-Rosenberg. Die Frage, wie Energie aus Abfall oder aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden kann, ist ein zentrales Thema der Gegenwart. Das Forschungsinstitut, das genau darauf eine Antwort geben kann, besuchte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, im Rahmen einer Stippvisite durch die Oberpfalz. Das Fraunhofer-Institut UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg arbeitet an Forschungsprojekten wie Recycling von Rohstoffen oder Kraftstoffgewinnung aus Abfall.

Praktische Anwendungen
Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Alois Karl gemeinsam mit den Listenkandidaten seiner Partei besuchte die Bundesministerin das Sulzbach-Rosenberger Fraunhofer-Institut. Vom Institutsleiter Prof. Dr. Andreas Hornung wurde sie informiert, was hier in den vergangenen fünf Jahren in Sachen Forschungs- und Entwicklungsarbeit in den Bereichen Recycling von Rohstoffen und Erschließung von Abfallstoffen zu neuen Antriebsstoffen vorangebracht wurde.

„Wir brauchen nicht nur Grundlagenforschung, sondern auch die praktische Anwendung“, betonte die Ministerin im Gespräch mit den Mitarbeitern des Instituts. Um die Energiewende zu schaffen, müssten Wissenschaft und Forschung jetzt die Antwort auf die Frage liefern, wie wir die aus Abfall oder nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Energie speichern können.


„Unsere Nachbarländer beobachten genau, ob wir Deutsche die auf den Weg gebrachte Energiewende tatsächlich auch schaffen“, so Prof. Wanka. Die Bundesregierung würde hierzu große finanzielle Anstrengungen unternehmen. Seit 2005 haben sich die Ausgaben für Wissenschaft und Forschung kontinuierlich gesteigert, erst in der letzten Legislaturperiode seien satte 27 Prozent Mehrausgaben hinzugekommen, erläuterte die Bundesministerin.

Kraftstoff aus Klärschlamm
Gerade von der zentralen Aufgabe der staatlich geförderten Forschungsinstitute, praktische Umsetzungen zu liefern, konnte sich die Ministerin am Fraunhofer UMSICHT überzeugen. Prof. Dr. Markus Brautsch vom Institut der Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden zum Beispiel arbeitet schon seit Jahren eng mit mehr als 100 Kommunen und 50 Unternehmen zusammen, betreut auf den Gebieten Kraft-Wärmekopplung bzw. Energieeffizienz viele kommunale und gewerbliche Projekte bei ihrer praktischen Umsetzung. Prof. Dr. Andreas Hornung, der Leiter von Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg, stellte der Ministerin die Schwerpunkte der Forschungsarbeit seines Instituts vor; beispielsweise wie Elektroschrott und Verbundmaterialien recycelt oder wie Kraftstoff aus Klärschlamm bzw. Biogas gewonnen werden kann. Erste Anlagen seien schon dem Stadium eines Prototypen entwachsen und in verschiedene Länder gegangen. „Wir entwickeln überschaubare Anlagen, die sich eine Kommune auch hinstellt“, erklärte Prof. Hornung die Strategie von Fraunhofer. Das Institut arbeitet deswegen an der Entwicklung von dezentralen Technik-Anlagen, die auch in kleineren Betrieben zur Anwendung kommen würden.

Die Bundesministerin testete dann auch gleich die Tauglichkeit des aus Biomüll gewonnenen Biodiesels, indem sie ihn in den Tank eines Testwagens goss und gleich eine Spritztour mit diesem unternahm. Falls ihre Air Berlin-Maschine nicht vom Flughafen Nürnberg abheben sollte, dürfte diese Art der Fortbewegung eine gute Alternative sein. (age)


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