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23.08.2018Nadja Henke und Bicomer erhalten Förderung aus START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW
Natürliches Astaxanthin ist ein rotes Pigment mit vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Sein hoher Marktwert rührt aus der Anwendung als Farbstoff in der Fisch- und Geflügelzucht; seine anti-aging, UV-absorbierende und antioxidative Wirkung macht es für die Kosmetikindustrie wertvoll. Das Start-Up Unternehmen Bicomer konnte nun mit seinem Geschäftsmodell die Jury des Förderwettbewerbs „START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW“ überzeugen. Grundlage von Bicomer ist die biotechnologische, fermentative Herstellung von Astaxanthin mit Hilfe des Mikroorganismus Corynebacterium glutamicum. Synthetische, erdöl-basierte Herstellungsverfahren dominieren derzeit die Astaxanthinproduktion mit etwa 75% Marktanteil. „Bicomer konzentriert sich auf die Herstellung von natürlichem Astaxanthin mit Hilfe des seit Jahrzehnten biotechnologisch etablierten und sicher in der Lebensmittelindustrie eingesetzten Mikroorganismus Corynebacterium glutamicum.“ sagt Nadja Henke, Doktorandin der Fakultät für Biologie und des CeBiTec und künftige Geschäftsführerin von Bicomer. Volker Wendisch, welcher das Gründungsvorhaben als fachlicher Mentor am Lehrstuhl für Genetik der Prokaryoten unterstützt, erläutert: „Im Vergleich zum petrochemisch hergestellten Pigment fallen in unserer Fermentation keine toxischen Abfallprodukte an.“ Frau Henke ergänzt: „Unser Produkt ist natürliches Astaxanthin. Anders als das petrochemische Produkt weist es genau die Eigenschaften auf, die es in der Natur so wertvoll macht“. Mit Hilfe der Förderung aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kann in den kommenden 18 Monaten die tatsächliche Ausgründung sowie die Prozessentwicklung konkretisiert werden. „Unser Herstellungsprozess ist schneller als alle bisher beschriebenen fermentativen Verfahren, es lässt sich bis in den Millionen-Tonnen Maßstab übertragen und ist unabhängig von den klimatischen Bedingungen realisierbar. Damit lässt sich zeitnah eine markt-relevante Produktion von natürlichem Astaxanthin realisieren“ fasst Frau Henke die Zukunftsperspektive zusammen.