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29.10.2010Chancen für die industrielle Biotechnologie in der chemischen Industrie
Am 27. Oktober fand in der CLIB2021-Geschäftsstelle das Forum "Chancen für die industrielle Biotechnologie in der chemischen Industrie" statt. Die aus der chemischen Großindustrie, KMU und einem akademischen Institut kommenden Referenten, beleuchteten dieses Thema jeweils von ihrem Standpunkt. Herr Prof. Jaeger vom Institut für molekulare Enzymtechnologie ging auf die Nutzbarmachung der Biodiversität von Mikroorganismen mittels Metagenomics ein. Dieser enorme Pool an noch nicht beschriebenen oder im Labor noch nicht kultivierten Organismen und somit Enzymen eröffnet eine Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten. Neben diesem Potenzial wird aber auch an der direkten Evolution mit rationalem Design gearbeitet. Diese Technologie eröffnet Chancen zur Verbesserung und Optimierung von bestehenden Enzymen, aber ebenfalls das absolute de novo Design von sogenannten "theozymes" (theoretische Enzyme). Diese Methodik hat bereits einen ersten "proof of princple" hinter sich und birgt neben der Nutzbarmachung der natürlichen Biodiversität zusätzliche Chancen für die industrielle Biotechnologie.

Herr Dr. Struhalla, Geschäftsführer der c-LEcta, berichtete aus dem heutigen biotechnologischem Alltag und erläuterte das "Cluster Screening", eine patentierte Technologie des Unternehmens zum schnellen und hoch prädikativen Screening vieler Klone. Diese Screening-Methode bietet mehrere Vorteile, so z.B. keine Limitierung für spezifische Enzyme, variable Screening-Bedingungen, Kompatibilität mit HPLC und GC Analysen beziehungsweise Fluoreszenz-basierten oder photometrischen Assays.

Herr Dr. Tacke vom Science-to-Business Center Biotechnologie der Evonik Degussa beleuchtete die biotechnologischen Perspektiven für die chemische Industrie. So erläuterte er die unterschiedlichen Rohstoffquellen, wie Zuckerrohr, Synthesegas oder Lignocellulose, sowie deren Tauglichkeit und Chancen für die Herstellung sogenannte building blocks für chemische Prozesse. Sehr klar wurde, dass gerade heute die Kombination aus klassischen chemischen Syntheseschritten und hoch selektiv arbeitenden Enzymen wertvolle Prozesse für die chemische Industrie hervorbringen kann. Im Gegensatz zu vielen chemischen Synthesen ermöglichen spezifische Enzyme durch ihre hohe Enantiomer-Selektivität bessere Produktausbeuten und dies zu kompetitiven Preisen.

Zum Abschluss des Forums stellte Herr Dr. Richter von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) diese Einrichtung als neues CLIB2021 Mitglied vor und beschrieb die Forschungsaktivitäten im Bereich der Biotechnologie.


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