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10.11.2017Richtfest für den Forschungsneubau Synmikro: Die erste Etappe auf dem Weg zur Fertigstellung ist geschafft - Phillips-Universität Marburg
Marburg

Der Neubau entsteht in unmittelbarer Nähe des zwischenzeitlichen Provisoriums und wird deutlich größer sein. Das neue viergeschossige Forschungsgebäude wird einen Rauminhalt von mehr als 60 000 Kubikmetern auf einer Gesamtfläche von 6 700 Quadratmetern umfassen. Die imposanten Dimensionen des Neubaus wurden schon gestern Nachmittag beim Richtfest deutlich.

Imposant ist auch die Geldsumme, die für den Gesamtbau inklusive der Ausstattung zur Verfügung stehen. Es sind mehr als 60 Millionen Euro. Davon entfallen 50,7 Millionen Euro auf die Baukosten und rund 9,6 Millionen auf die Anschaffung der Ersteinrichtung und Geräte. Allein 24,9 Millionen Euro stammen aus Bundesmitteln. Sie wurden von der Philipps-Universität in einem Wettbewerb eingeworben. Den Rest steuert das Land Hessen aus dem Hochschulbauförderprogramm „Heureka“ bei.



Der Terminplan und der Kostenrahmen werden bisher eingehalten, sagte Thomas Platte, der Leiter des für den Bau zuständigen Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH). Mittlerweile sei der Rohbau durch den Einbau von Fenstern winterfest gemacht worden. Der Neubau soll im August 2019 bezugsfertig sein. Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) erläuterte, dass das Zentrum für Synthetische Mikrobiologie bereits der vierte vom Bund mitgeförderte Forschungsbau an der Philipps-Universität in Marburg sei. Die anderen Forschungsbauten seien das Zentrum für Tumor- und Immunbiologie, der neue Sprachatlas sowie das neue Bildarchiv Foto Marburg. In Bezug auf die eingeworbenen Fördermittel sei die Universität Marburg die bislang erfolgreichste hessische Hochschule.

245 Wissenschaftler aus sieben Fachbereichen

Grußworte hielten auch Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und der neue Marburger Bürgermeister Wieland Stötzel (beide CDU). Zukünftig werden an dem derzeit entstehenden Neubau rund 245 Wissenschaftler aus sieben vorwiegend natur- und lebenswissenschaftlichen Fachbereichen der Uni Marburg in dem Neubau forschen und lehren. Es sollen die Mikrobiologie-Aktivitäten der Philipps-Universität und des Max-Planck-Institutes für terrestrische Mikrobiologie zusammengeführt werden.

Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause verwies darauf, dass sich „Synmikro“ seit seiner Gründung im Jahr 2010 zu einem der weltweit größten Zentren synthetisch-mikrobiologischer Forschung entwickelt habe. Für die kommenden Nutzer freute sich Professorin Anke Becker, die geschäftsführende Direktorin des „Synmikro“-Zentrums. Zwar dauere es wohl noch mehr als ein Jahr bis zum geplanten Einzug. Aber bereits jetzt sei zu erkennen, wie eindrucksvoll das Gebäude werde.

Bisher seien die beteiligten Forscher auf Gebäude in der gesamten Stadt verteilt – sowohl auf den Lahnbergen als auch im Lahntal. Dies solle sich dann aber ändern. „Wir dürfen unter einem Dach forschen“, freute sich Becker. Forschungszweck sei die Erforschung von Mikroorganismen, die die weit verbreitetste Lebensform auf der Erde darstellten. Zwar seien einige der Mikroorganismen Krankheitserreger. Aber andere könnten sich auch als nützlich erweisen. Neben der Erforschung der Wirkungsweise der Mikroorganismen sei es ein Ziel der Forscher, daraus maßgeschneiderte Bauteile zu bauen, die in der Zukunft beispielsweise als Bestandteile von Biokraftstoffen genutzt werden könnten.

von Manfred Hitzeroth


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